Der Zustand von Tigs Auge, an dem diverse Tierärzte seit Jahren herumdoktern, verschlechterte sich in der letzten Woche rapide.
Letztlich wurde es grau und musste auf ärztlichen Rat dreimal täglich mit drei verschiedenen Arten von Tropfen behandelt werden. Zusätzlich mussten wir Schmerzmittel verabreichen.
Schließlich konsultierten wir einen auf Augenkrankheiten spezialisierten Tierarzt in Oldenburg. Dort fuhren wir gestern hin, wir hatten vorgestern angerufen, Tigs Fall geschildert und bekamen daraufhin einen Soforttermin für gestern. Der Kater wurde eingehend untersucht und man gab uns den Rat, Tigs Auge entfernen zu lassen, da wir ihm andernfalls stetig diverse Augentropfen verabreichen müssten, um ihn schmerzfrei zu halten – lebenslang. Außerdem könnten zusätzliche Komplikationen mit dem Auge nicht ausgeschlossen werden.
Wir entschieden uns zu diesem Schritt, zumal Tig auf dem betroffenen Auge, eh nichts mehr sah. Der Arzt sagte uns, dass das Auge schnellstmöglich entfernt werden sollte. Da der Tierarzt solche OPs zwei- bis dreimal die Woche durchführt, wollten wir, dass er auch Tigs OP übernimmt.
In Anbetracht des Zustands des Katers, verließ er kurz das Sprechzimmer und als er wiederkam, sagte er uns, dass seine OP-Helferinnen damit einverstanden sind, nach Feierabend dazubleiben, um Tig noch am gleichen Tag zu operieren.
„Wir machen das heute Abend, morgen um 11.00 Uhr können Sie den Kater wieder abholen.“

Wir schwangen uns also ins Auto und fuhren wieder nach Hause, heute holte ich Tig ab. Die OP verlief gut, weshalb wir hoffen, dass er noch ein paar Jahre auf dem Ulmenhof vor sich hat – er ist so ein lieber Kerl (was die gesamte Praxis sagte).
Die Fahrten waren etwas ungewohnt… wir setzten das letzte Mal vor zwanzig Jahren einen Reifen auf eine Autobahn.
Obwohl wir mit Tigs OP und den vorangegangenen Untersuchungen und Behandlungen bereits im 4-stelligen Euro-Bereich liegen haben wir nicht einen Moment gezögert Tig operieren zu lassen, um ihm Schmerzen zu ersparen. Wir hatten bereits mehrere einäugige Katzen, was stets gut funktionierte.
Ärgerlich ist aber, dass die Gemeinde uns all ihre Fundtiere dagelassen hat, als sie zu ihrem neuen Tierheim wechselte und wir uns nun um die zahlreichen alten und teilweise kranken Katzen kümmern dürfen.
Die Nachbehandlung kann hier vor Ort erfolgen, was uns die Autobahnfahrten erspart.
Wir sind sehr froh, dass dies alles so zügig und reibungslos klappte und hoffen, dass der Schurrbär (man kann ihn nicht mal abhören, da der Kater permanent schnurrt) noch viele katzenfreundliche und schmerzfreie Jahre mit uns verbringen kann.
Die Bilder sehen zwar etwas gruselig aus (gehört halt zu unserer Arbeit) der Kater schnurrt aber schon und frisst auch.

